GUSTAV DEUTSCH

ART & ENVIRONMENT PROJEKTE

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GUSTAV DEUTSCH

ART & ENVIRONMENT PROJEKTE

axonometrie internat cluster web

perspektiven

Schulcampus mit Internat, Neustift im Stubaital
Architektur: fasch&fuchs.architekten
Farbkonzept: Gustav Deutsch, Hanna Schimek

www.mitfarbenlernen.com

perspicere. lat. = mit dem Blick durchdringen, deutlich sehen
perspectiva (ars) = durchblickend(e Kunst)
bildungssprachlich = Aussicht für die Zukunft, Betrachtungsweise

Luftperspektive><farbperspektive
Die Luftperspektive ist ein Naturphänomen, bei dem atmosphärischen Einflüsse bewirken, dass die Objekte mit zunehmender Entfernung heller, kontrastärmer und undeutlicher werden.
Die Farbperspektive wird von Malern angewendet, um die Luftperspektive darzustellen und einen Tiefeneindruck zu erzeugen.

Farbkonzept:
Die örtliche topografische Gegebenheit, eine Hanglage, sowie der architektonische Entwurf, der sich diese Lage zu Nutze macht, und die einzelnen Baukörper durch eine Dorfstraßenartige Treppen und Rampenanlage verbindet, bildeten die Grundlage für die Wahl des Titels, und die Anwendung der Farbperspektive in unserem Konzept, das auf alle Bauteile – Wände, Treppen, Rampen, Decken, Sheds, Brüstungen, Türen etc. angewendet wird.
Es kommen dabei zwei im Farbkreis gegenüberliegende 10 teilige Farbspektren zur Anwendung: Grün-Blau und Rot-Gelb, mit reinen Farben an den jeweiligen Polen der Spektren.

Alle Böden (mit Ausnahme des Internats und der Mensaküche) werden, unabhängig von ihrer Materialität, in Grautönen gehalten. Die jeweilige Struktur des Materials soll dabei erhalten bleiben. Das heißt: Gestrichener Estrich wird farblos versiegelt, Holzböden werden lasiert, Fertigteiltreppen farblos beschichtet. Das gleiche gilt auch für die in Farben lasierten Fox-Holzwände und -Türen.

Die Setzstufen der Treppenanlagen und die Rampen der Dorfstraße werden dem Hang folgend, von unten gesehen, in Grüntönen gehalten, die nach oben verblauen. Umgekehrt werden die Decken (Akustikplatten) über den Treppen und Rampen, von oben gesehen, in Rot-Orangetönen gehalten, die nach unten zu vergelben. Das gleiche gilt für die Sheds in den Clustern.

An den Wänden die von der Dorfstraße in die Cluster hineinführen, vergelben die Rot-Orangetöne gleichfalls von oben nach unten, wobei die Fox-Holzwände und- Türen eine Stufe dunkler, und die Wände und Türen der Nassräume zwei Stufen dunkler sind als die Sheds.

Auch für die Wände in der Aula der Eingangsebene und für die Wände, Türen und Sheds der Volksschule findet das gleiche Prinzip der Rot-Orange-Gelb Farbperspektive Anwendung.

Alle Textilien in den Clustern und in der Volksschule – also Vorhänge, Teppiche und Sitzpölster – werden in der Grün-Blau-Palette gehalten. Es soll so ein Ausgleich in den Farbtemperaturen und damit auch in den Raumatmosphären geschaffen werden.

Im Internat wird das Prinzip der Cluster umgekehrt: Alle Wände sind in Grün-Blautönen gehalten, die von unten nach oben, also vom Erdgeschoss zum vierten Obergeschoss kräftiger werden. Die Wände der Nassräume in den Zimmern sind jeweils eine Stufe dunkler gehalten.