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Taschenkino

Ein Versuch über die endlose Wiederholung im Leben und im Film

Über die Wiederholung im Leben
Rhythmisch wiederholte Bewegungen waren die Voraussetzung für die Entstehung unseres Lebens. Rhythmisch wiederholte Bewegungen von Herz und Lunge regeln unseren Blutkreislauf und unsere Atmung. Durch rhythmisch wiederholte Bewegungen können wir uns fortbewegen. Die Wiederholung von alltäglichen Ritualen regelt den Tagesablauf und prägt den Lebensrhythmus. Wiederholungen bestimmen die Arbeitswelt und kennzeichnen den Sport. Musik und Tanz, Lyrik und Rhetorik bauen auf Wiederholungen auf. Meditation, Rituale, religiöse Praktiken bedienen sich der Wiederholung als Methode zur Erweiterung des Bewußtseins

Über die Wiederholung im Film
Die Filmschleife verbindet das Ende mit dem Anfang und schafft damit ein in sich geschlossenes Kontinuum. Die einzelne Szene wird so, sich selbst endlos wiederholend, zum Perpetuum. Jedes Element der Szene wird seiner Charakteristik gemäß vervielfältigt. Lineare Bewegungen werden zum Fließen und Fahren, kreisförmige Bewegungen zur Drehung und Rotation, Hin und Her, Auf und Ab wird zum dauernden Pendeln und Schaukeln. Die Dynamik des isolierten Elements erzeugt den Rhythmus der Filmschleife. Die Filmschleife vereint in sich Reduktion und Expansion, und ermöglicht so die Simulation.

Über die endlose Wiederholung im Leben und im Film
Im Leben wie im Film ist die endlose Wiederholung vor allem eine Materialfrage - und daher Fiktion. Für die Zuseher ist die Fiktion eines Films gleichzeitig auch ein wirkliches Erlebnis, und daher eine Möglichkeit ihre Wahrnehmung zu schärfen und ihr Bewustsein zu erweitern. Eine Methode zur Wahrnehmungsschärfung ist die Reduktion. Eine Methode zur Bewustseinerweiterung ist die Wiederholung. Die Filmschleife vereint beide Methoden.

Markus Weiland, "Nur keine Witze", in: Falter 46/95
Claus Philipp, "Erweiterung des Horizonts - mit Augenklappen", in: Der Standard, 20.11.1995
Ilse Retzek, "Einfach lustiges Kino", in: Oberösterreichische Nachrichten, 6.12.1995

Konzept, Realisation
Gustav Deutsch

Kamera
Gustav Deutsch

Darsteller
Wilbirg Donnenberg
Werner Kodytek
Hanna Schimek
Günther Seher
Irene Strobl
Geri Weber
und andere

Produktion
Gustav Deutsch

Förderung
hundertjahrekino

Vertrieb / Verleih
sixpackfilm

Photos
Hans Labler