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Welt Spiegel Kino - Episode 1-3

WELT SPIEGEL KINO, der Titel des Episodenfilms, vermittelt bereits dessen Inhalt: die wechselseitige Reflexion der Realität der Welt und der Welt des Kinos.

Den Ausgangspunkt bilden dokumentarische Filmfundstücke aus der Frühzeit der Kinematographie, in denen das Kino Gegenstand der Selbstreflexion ist: Filmaufnahmen, in denen Kinos in ihrem urbanen Umfeld zu sehen sind - mit dem Leben auf der Strasse, den Passanten, den Schaulustigen und deren Reaktionen auf die Kamera. Die Filme, die in diesen Kinos auf dem Programm standen, und deren Titel auf den Filmplakaten der Kinos zu lesen sind, bilden den zweiten Ausgangspunkt.

WELT SPIEGEL KINO lässt die Realität der Strasse vor den Kinos und die Welt des Kinos selbst in einen filmischen Dialog treten. Aus der Reihe der Passanten werden einzelne Charaktere herausgegriffen, die stellvertretend für eine idealtypische gesellschaftliche Position stehen. Aus anderen Archivmaterialien - die aus den selben Orten und der selben Zeit stammen - werden diese Charaktere in fiktiven Porträts gezeichnet. Diesen Porträts werden einzelne Protagonisten aus den Filmen - die in den jeweiligen Kinos liefen - in Form von filmischen Zitaten gegenübergestellt.

WELT SPIEGEL KINO zeichnet ein Bild der Welt, wie sie uns auf Laufbildern überliefert ist: widersprüchlich, spannungsreich, auf die Kraft der Bilder vertrauend, ohne Kommentar.

Die Wahl der Orte, der Charaktere und der Filme steht dabei in keinem Zusammenhang. Es gibt also keine direkte Verbindung zwischen den einzelnen Episoden, weder örtlich noch inhaltlich oder zeitlich. (Kino)Geschichte(n) wie wir sie in Filmarchiven finden: sprunghaft, zufällig und überraschend.

WELT SPIEGEL KINO, ein Film in Episoden, soll als work in progress fortgesetzt werden, wobei die künftigen mit den bisherigen Episoden verschieden kombiniert und zu eigenen Programmen zusammengestellt werden können. Die ersten drei Episoden basieren auf Ausgangsfilmen aus Wien / Österreich / 1912, Surabaya / Java / 1929, und aus Porto / Portugal / 1930.

Senses of Cinema, World Poll 2005

Tom Gunning, "Lebendige Spiegel: Deutsch´s Monadologie des Kinos, in Welt Spiegel Kino - Episode 1-3, Begleitheft
Drehli Robnik, "Massen, vermessen in Masken", in: kolik-film, März 2005
Michael Loebenstein, "Der Nabel der Welt", in Welt Spiegel Kino - Episode 1-3, Begleitheft
Nico de Klerk, "Enter the Dragon", in: Welt Spiegel Kino - Episode 1-3, Begleitheft
Regina Guimaraes, "Das Kino als Spiegel der Welt", in: Welt Spiegel Kino - Episode 1-3, Begleitheft
Claus Philipp, "Die "kleinsten Zellen" und der Rest der Welt, in: Der Standard, 4.4.2006
Michael Omasta, "Die Menschen des Kinos" und "Fantasie des Unmöglichen", in: Falter Nr.13, 2006
Christoph Huber, "Archäologie in der Alptraum-Herberge", in: Die Presse, 5.4.2006

Konzept, Buch, Schnitt
Gustav Deutsch

Artistic Supervision
Hanna Schimek

Recherche
Gustav Deutsch
Hanna Schimek

Musik/Sound
Christian Fennesz
Burkhard Stangl
Cello gespielt von Jean Paul Dessy

Produktion
loop media
Nederlands Filmmuseum

Produzenten
Manfred Neuwirth
Frank Roumen

Förderungen
Filmfonds Wien
Bundeskanzleramt Sektion für Kunstangelegenheiten
ORF (Film/Fernsehabkommen)
Niederösterreich Kultur
Het Nederlands Fonds voor de Film

Kooperationspartner
Cinemateca Portuguesa
Det Danske Filminstitut
Filmarchiv Austria
Nederlands Filmmuseum
Österreichisches Filmmuseum

Vertrieb / Verleih
sixpackfilm
Nederlands Filmmuseum